Streifly ist ein kleiner, aber feiner Betrieb, der von wirklich besonderen Menschen geführt wird und der neben dem, was alle LTB anbieten auch immer wieder ganz besondere Projekte verwirklicht hat.
Streifly wurde gegründet, weil Hanko Streifeneder es nicht geschafft hatte zusammen mit Martin Hansen, dem Konstrukteur der Glasflügel 304 und Herrmann Häussler, einem Glasflügelbegeisterten und Freund die Reste der von den Nachfolgern Eugen Hänle‘s heruntergewirtschafteten Firma Glasflügel zu erwerben. Der Konkursverwalter wäre durchaus zu einer Fortführung bereit gewesen, aber die früheren Gesellschafter und die Bank blockierten alles. So übernahm Hanko Streifeneder dann zumindest die Musterbetreuung für alle Glasflügel Flugzeuge. Allerdings musste er schon bald feststellen, dass auch dies von manchen nicht gern gesehen wurde, als ihm nämlich mit einer Frist von nur einem Monat die Betriebsräume gekündigt wurden.
Der Start war nicht leicht: Hanko arbeitete Monate auf dem Bau, bis die neue Werkstatt in Grabenstetten fertig war.
Hanko Streifeneder war schon immer ein Treiber der Innovation im Segelflugzeugbau. So hat er die LS3 Standard, den Vorläufer der LS4, konzipiert und gebaut. Einige Jahre später war sein Falcon das einzige Flugzeug, das der LS4 gleichwertig und in einigen Geschwindigkeitsbereichen sogar überlegen war. Hanko hat sich in vielen Jahren den Ruf erarbeitet, aus jedem Segelflugzeug noch etwas mehr Leistung heraus zu kitzeln, auch durch die von ihm entwickelten Abdichtbänder, durch perfekte Oberfläche und viele kleine Kniffe. Aber immer wieder wurden durch ihn und seinen Sohn Christian auch spektakuläre Projekte verwirklicht, wie der Bau des ersten Flügels der ETA, die Konstruktion und der Bau der Votec, eines Motorkunstflugzeuges aus Verbundwerkstoffen, das mit 200 PS das gleiche Leistungsgewicht aufweist wie die bekannten Boliden mit 300 PS. Auch am Bau der Concordia waren Vater und Sohn Streifeneder maßgeblich beteiligt. Und nicht zu vergessen ist die Nimeta, die in Grabenstetten aus einem ETA-Flügel und einem stark modifiziertem Nimbus 4 Rumpf entstand und schließlich noch einen von Christian Streifeneder konzipierten neuen Außenflügel erhielt.
Aber das Herz hängt immer noch an der Musterbetreuung der Flugzeuge von Glasflügel, die mit Winglets und vielem anderen nachgerüstet wurden. Heute ist das Hauptproblem wohl eines jeden kleinen LTB die unsägliche Bürokratie, mit dem das LBA jeden Handgriff dokumentiert sehen will. Leider hat man dabei eher nicht immer die Flugsicherheit als Ziel vor Augen, sondern es geht wohl vorwiegend um die Einhaltung der Vorschriften. Die Papierlage muss stimmen, da stören dann auch die schlimmsten Sünden nicht, die den Flugzeugen von manch früherem Halter zugefügt wurden. So sind nahezu durchgescheuerte Steuerseile oder selbstgemachte Hauptbolzen in Baumarktqualität den Beamten nicht wirklich Grund für irgendwelche Maßnahmen.
So liegt die Flugsicherheit denn letztlich auch an der verantwortungsvollen Arbeit des von uns Segelfliegern beauftragten LTB. Wer Lust bekommen hat auch selbst beruflich in einem solch anspruchsvollen, abwechslungsreichen Umfeld zu arbeiten, der sollte sich mit Streifly in Verbindung setzten, ganz gleich wieviel oder noch wenig Berufserfahrung er mitbringt.
