,

Klippeneck: 311 km 117km/h – mit einer Hornet 206

Wer dieses Jahr die Tageswertungen der Clubklasse des Klippeneck-Wettbewerbes  verfolgt hat meinte seinen Augen nicht zu trauen:
Da gewinnt einer mit seiner Hornet mit 4 Tagessiegen bei 6 Wertungstflügen und 250 Punkten Vorsprung!

Jan Schulz vom LSG Isny, Sportsoldat und kein Unbekannter in der Glasflügel-Comunity hat sich mit seinen  Flügen gegen Flugzeuge der nächsten Generationen Respekt verschafft bei Teilnehmern und Zuschauern. Dass das Wetter natürlich seinen Anteil an den Flügen hatte zeigt auch ein Blick in die Wertungslisten der anderen Klassen.

Aber ein Schnitt von 117km/h, und das als Schnellster gegen Discus, LS7 oder Mini-Nimbus, Mosquito ode Glasflügel 304 am 5. Wertungstag zeigen was in Pilot und Flugzeug stecken.

Unser Mitglied Stefan Zlot (SZ) hat Jan in Puimoison getroffen und sich mit ihm unterhalten. Hier das Interview:

SZ: Hallo Jan herzliche Gratulation zu Deinem grossartigen Abschneiden am diesjährigen Klippeneck Wettbewerb!
Wir würden gerne mehr darüber erfahren, wie Du es regelmässig geschafft hast, der Konkurrenz buchstäblich davon zu segeln. Kurz zu Deiner fliegerischen Herkunft ein paar Angaben.

JS: Ich bin 22jährig, aktuell Sportsoldat, danach geht’s ins Berufsleben zurück. Gross geworden bin ich im LSG Isny e.V. im Allgäu, wo auch mein Vater mit an Bord ist.
Mit 13,5 Jahren hab ich mit der Segelflug Ausbildung angefangen, konnte bald nach dem Lizenzerhalt bereits Vater’s 304 fliegen und damit meine erste Erfahrung auf verschiedenen Glasflügel Flugzeugen sammeln. Leider hat mein Vater die 304 später verkauft. In meinem Flugbuch stehen gut 1'500 h, davon ca. 600 h auf der Hornet.

SZ: Weshalb fliegst Du die Hornet und welches sind die Unterschiede zu anderen Clubklasse Flugzeugen? Dein Traum Clubklasse-Flieger?

JS: Meine Hornet konnte ich 2018 mit Unterstützung meiner Eltern erwerben. Nebst meinem Vater flog auch mein Fluglehrer Glasflügel Flugzeuge, so dass die Wahl nicht kompliziert war. Bei der Hornet kamen die automatischen Ruderanschlüsse dazu. Ausserhalb vom Wettbewerb fliege ich sie immer mit Wasser, denn damit kommt sie richtig vorwärts. Im Wettbewerb lässt sie sich gerne mit 150-160 km/h vorfliegen, so dass sie auch mit moderneren Mustern mithalten kann. Allein bei schwachem, blauem Wetter kann man mit der Libelle mal im Vorteil sein.
Mein Traumflieger? Nun, ich bin seit einiger Zeit auf der Suche nach einer 304, mit welcher ich weiterhin in der Clubklasse mitstreiten kann. Damit bräuchte ich auch die moderneren Clubklasse Flugzeuge nicht scheuen.
Für mich sind die Glasflügel Flugzeuge betreffend das Handling am Boden wie auch in der Luft klar die Nummer eins! Das Flugzeug sagt einem genau, was in der Luft vor sich geht. Zudem sitzt man auch über viele Stunden wunderbar. Sie lassen sie sich meist leicht modifizieren und sehen dann noch so toll aus. Allein die Winglets führen zu einer besseren Kreisstabilität und zu besserem Gleiten.

Meine Empfehlung an den Nachwuchs: VIEL fliegen, denn da lernt man am meisten, dann viel mit anderen Leuten fliegen und stets darauf achten, dass der Spass nicht auf der Strecke bleibt!
Last but not least: an möglichst vielen, v. a. internationalen Wettbewerben teilnehmen, denn beim Wettbewerb lernt man bekanntlich schnellsten.

SZ: Mit welchem Ziel und welchen Erwartungen bist Du aufs Klippeneck gefahren?

JS: Da flog ich allein, also ohne Bodenmannschaft und wollte so gut abschneiden wie möglich und gleichzeitig Spass haben, so wie im Frühjahr an der Junioren Quali, wo ich auf den zweiten Platz geflogen bin. Das Wetter am Klippeneck war ja sensationell, die hohe Basis und schnelle Schnittgeschwindigkeiten. Zwei andere Sportsoldaten flogen in anderen Klassen mit, was abends den Austausch über das Tagesgeschehen vereinfacht hat.

SZ: Wie hast Du Dich darauf vorbereitet?

JS: Das Klippeneck war der letzte von vielen Wettbewerben in dieser Saison. Da ich gut trainiert und mit der Geografie vertraut war, konnte ich entspannt an die Aufgaben heran gehen. Viel mehr Vorbereitung brauchte es nicht, zumal ich mit meiner Hornet bestens Vertraut bin.

SZ: Wie erklärt sich Dein großartiges Abschneiden an diesem Wettbewerb?

JS: Ich konnte unbefangen fliegen, und wichtig war wie immer, sehr konzentriert zu sein und sich nicht von der Konkurrenz beeinflussen zu lassen – kurz: «den eigenen Stiefel zu fliegen».

SZ: Was wirst Du das nächste Mal anders machen?

JS: Nun, einen Helfer und Rückholer mit dabei zu haben ist immer besser, das entspannt zusätzlich.

SZ: Welches sind Deine nächsten Ziele?

JS: Nächstens geht’s an den Fluglehrer Lehrgang und danach schon bald nach Afrika – natürlich zum Segelfliegen!

SZ: Im Weiteren?

JS: Persönlich ist es mir wichtig, dass die Glasflügel Flugzeuge weiterhin bestens gepflegt werden und sorgfältig damit umgegangen wird – sie sind unersetzbar!

SZ: Vielen Dank Jan- wir, vom Glasflügel-Förderverein wünschen Dir alles Gute und freuen uns auf weitere solche tollen Flüge von Dir

3B085AA9-E91D-446F-B256-C0EB9103510E.JPG282146782_10227452764687743_3618643633523312657_n.jpgIMG_4111.jpg